30. Apr. 2008, 13:04

… zumindest wenn man dem Branchenverband Bitkom glaubt. Das ist zwar nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch.

Denn genau genommen hat heute vor 15 Jahren das Genfer Kernforschungszentrum (CERN) nur die Erlaubnis gegeben, dass Tim Berners-Lee und Robert Cailliau die Quelltexte des Webservers und Web-API libwww zu veröffentlichen. Damit wurde der Veröffentlichung und Verbreitung von Webseiten im Netz der Netze ein enormer Schub gegeben. Die Idee dahinter stammt aber bereits aus dem Jahr 1989. Auf Grund der unterschiedlichen Netzinfrastrukur in der Schweiz und Frankreich (in beiden Ländern hat das CERN Laboratorien) schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber (CERN) vor, eine Informationsplattform für den weltweiten Austausch zu schaffen.

Was daraus geworden ist, sieht man täglich aufs neue, wenn der Rechner gestartet, der Browser geöffnet und die gewünschte Adresse aufgerufen wurde. Weltweit surfen circa 1,3 Milliarden Menschen im Internet. Experten schätzen die Zahl der Webadressen auf 170 Millionen. Hinter diesen Adressen befinden sich wertvolle Informationsportale wie heise online und Spiegel Online, aber auch Wissensportale wie die Wikipedia in all ihren Sprachversionen und natürlich Zeno.org.

Ob nun der 30.4.1993 als Geburtsstunde des WWW gelten kann oder nicht, … HAPPY BIRTHDAY.

22. Apr. 2008, 16:04

Heute wurden weitere Enzyklopädien und Lexika im Volltext eingestellt:

Die Märchensammlung wurde um die Abteilungen europäische Märchen und Märchen aus aller Welt erweitert. Viel Spaß!

15. Apr. 2008, 18:04

Immer häufiger erreichen uns Fragen, ob die Ausgaben der Reihen Zeno.org, kleine digitale bibliothek, Digitale Bibliothek und The Yorck Project auch unter Linux nutzbar sind. Die Antwort ist zwar einfacher als die Installation aber genau die ist jetzt hier beschrieben.

Screenshot der Digitalen Bibliothek 4 unter LinuxWer sich den Screenshot anschaut, und genaueres Hinsehen ist nicht wirklich notwendig, wird feststellen, dass es auffallend viele Ähnlichkeiten zur Microsoft Windows Version der Software gibt. Das ist natürlich kein Zufall, denn es handelt sich um die Windows-Software der Digitalen Bibliothek 4. Möglich macht es WINE.

Dass es möglich ist, die Digitale Bibliothek 4 unter Linux zu benutzen, ist zwar nicht ganz so neu, dennoch hoffe ich mit der Dokumentation im Zeno-Wiki eine Grundlage geschaffen zu haben, die jedem Nutzer von Linux verständlich erklärt, wie die Installation zu bewerkstelligen ist.

26. Mrz. 2008, 20:03

Achim:

“Kann man sich eigentlich auch Bier schön trinken?”

Achim Raschka

4. Mrz. 2008, 10:03

Bevor es vollkommen untergeht: Seit letzter Woche ist die komplette sechste Auflage von Meyer’s Großem Konversations-Lexikon bei Zeno.org verfügbar. In konventioneller Papierform erschien das Werk von 1902 bis 1909 mit rund 155.000 Stichwörtern auf 23.000 Seiten. Die 20 Bände stehen vollständig im Volltext und als Faksimile zur Verfügung. Ebenfall neu ist das Sprichwörterlexikon von Karl Friedrich Wander von 1867, das nicht weniger als 250.000 Sprichwörter in deutscher Sprache enthält – allein das Stichwort Eule bietet 97 Sprichwörter. Beide Lexika laden entsprechend zum Schmökern ein.

Mehrwert durch Verknüpfung

Einen zentralen Mehrwert erhält der Meyers durch die Verknüpfung mit den anderen Lexika bei Zeno.org. Liest man sich beispielsweise den Artikel Tiger im Meyers durch bekommt man gleich eine Verknüpfung zum gleichnamigen Artikel im Pierer, im Herder, in den Brockhaus-Ausgaben von 1837 und 1911 und in der Wikipedia .

Diese Schnellrecherche über Nachschlagewerke der vergangenen Jahrhunderte bis in die Neuzeit war in dieser Form bis heute schlicht unmöglich und der weitere Ausbau wird auch in Zukunft bei Zeno.org im Fokus stehen.

3. Mrz. 2008, 15:03

Der Molo mit der Bibliothek und dem Eingang zum Canal Grande
Seit letzter Woche bietet Zeno.org erneut ein neues Feature in den Bildergalerien: Alle Gemälde, die eine ausreichende Auflösung besitzen, können jetzt als Leinwanddruck bestellt werden. Damit bieten wir allen Kunstfans die Möglichkeit, sich ihr Lieblingsbild in hoher Qualität und mit echtem Leinwandfeeling an die Wand zu hängen. Vor allem als Geschenk sind diese Bilder klasse: schenkt doch mal eurer Freundin den Sonnenblumenstrauß oder einen Daueraufenthalt in der Caféterasse bei Nacht von Vincent Van Gogh oder dem guten Kumpel das Eismeer von Caspar David Friedrich oder die Salome von Corinth. Oder wolltet ihr schon immer mal eine (fast) echte nackte Maya oder einen ebenso (fast) echten Zeuxis an der Wand haben?

Wie geht das?

Die Bestellung ist denkbar einfach: Ihr sucht euch das Bild aus der Riesengalerie von Zeno.org aus, das euch interessiert und schaut unter der Beschreibung nach, ob sich dort ein Link mit der Beschriftung Bild auf Leinwand drucken befindet. Drückt man auf diesen Link wird man mit unserem Partner dbio.de verbunden und gelangt direkt auf eine Anbieterseite mit dem gewünschten Bild und den dafür möglichen Leinwandmaßen. Die Preise beginnen bei 34,90 Euro für eine Größe von etwa 40 x 40 cm, auf Wunsch wird das Bild mit Aufpreis auch in einen Keilrahmen gespannt.

21. Feb. 2008, 01:02

Anne-Catherine Simon schreibt kluge und lesenswerte Dinge in dem Artikel Tod des Lexikons: Zwischen allen Buchdeckeln ist Ruh’, der morgen heute in der Wiener “Die Presse” erscheint. Zwei Punkte möchte ich hervorheben und kommentieren:

Wissen war noch nie so dezentral. […] Um das Wikipedia-Wissen zu eliminieren, müsste man nicht nur weltweit alle Wikipedia-Server zerstören, sondern auch jeden Computer, PDA, Speicherstick.

Sehe ich kurzfristig auch so, und dann auch folgerichtig:

Das gedruckte Wissen brauchen wir heute vor allem als Rettungsanker: für den Fall, dass eine globale Katastrophe uns in vorelektrische Zeiten zurückwirft.

Spannender Punkt, leider geht Frau Simon auf dieses tatsächliche Problem dann nicht weiter ein. Für die real existierenden “elektrischen Zeiten” postuliert sie gar:

Auch die Konvertierung in immer neue Daten-Formate ist lösbar.

Da macht sie die Rechnung ohne die ungestüme Kreativität der MediaWiki-Entwickler und der Poweruser der Wikipedia. Die Daten der Wikipedia sind in absehbarer Zeit an MediaWiki und an das Template-CSS-JS-Tralala-Knowhow der Poweruser gebunden. Tendenz steigend. Inhalte, die mit Hilfe von verschachtelten, rechnenden, durch if-Abfragen programmierbaren Templates mit Inline-Styles dargestellt werden müssen, kleben an beiden Enden stark an MediaWiki bzw. dem Browser. Vielleicht sollte man bei Wikipedia nochmal von vorne anfangen und alles mit einem klaren Markup mit zusätzlicher Semantik versehen? Mein’ ja nur. Ich sehe sonst schwarz für die Nutzbarkeit der Daten im Jahr 2025, geschweige denn 2050, sofern dies noch eine “elektrische Zeit” ist.

Es sind viele, naturgemäß meist schreckliche Szenarien denkbar, warum die Menschheit oder ein Teil davon im Jahr 2050 mit elektrischen Medien nichts mehr anfangen können, wollen oder dürfen. Bücher sind robuster; je höher die Auflage desto wahrscheinlicher ist die Verfügbarkeit im Bedarfsfall. Wird das Wissen der Welt zwischen den Jahren 2010 und 2050 nicht mehr gedruckt, fällt dieses Wissen nach einem halben Weltuntergang 2050 weg. Globaler Festplattencrash. Perl-Mönche werden in einem abgelegenen Kloster in Nepal zwischen 2070 und 2100 die elektrische Wikipedia 2.0 rekonstruieren. (2150 ist dann alles wieder gut.)

Eine in Auflage gedruckte Wikipedia in 100 Bänden wird es wohl nie mehr geben. Eigentlich schade drum, man hätte so der Nachwelt den Stand 2010 als 10.000-20.000-fache Sicherungskopie überlassen können.

Was aus vielerlei Gründen nicht in Auflage machbar ist, geht vielleicht On Demand. Müsste man nicht z.B. jedes Jahr einen Wikipedia-Komplettausdruck in 10-20 Exemplaren in Print-on-Demand-Technik anfertigen? Ein seriöser Dienstleister könnte einigen ernsthaften Bibliotheken und Archiven ein unwiderstehliches Angebot machen. Folianten mit platzsparendem Druck, blaue Einbände für die Lexikonbände, rote für die Bände mit der Versionsgeschichte.

14. Feb. 2008, 22:02

Falls jemand zufällig an die aktuelle Februar-Ausgabe der Nature Biotechnology kommt: Den Artikel Human Proteinpedia enables sharing of human protein data hätte ich gern.

13. Feb. 2008, 12:02

Dank PicLens kann man jetzt die umfangreiche Bilderdatenbank als Diashow und quasi im Vorbeiflug als 3-D-Wand betrachten. So geht’s:

1. Diashow

Seiten wie Vincent van Gogh, Augsburg oder Geburtstagskarten für Kinder haben jetzt den Link Diashow. Wenn Adobe Flash Player ab 9.0.28 installiert ist, kann man im Vollbildmodus durch die Bilddateien blättern.

2. 3-D-Wand

Bildergallerie Vincent van GoghWer hierbei nicht “Wow!” sagt, sollte mal über seine mangelnde Begeisterungsfähigkeit nachdenken. Nach der Installation des Plugins (Firefox und IE; Safari noch eingeschränkt) erscheint links unten in jedem Thumbnail ein “Play”-Button. Und dann geht es ab … Das Feature ist bei den Bildergallerien (siehe obige Links), sowie bei der Suche eingeschaltet. Also: Plugin installieren, Play-Button drücken. Falls man nicht katholisch ist, möchte man es werden: Gemälde mit Maria-Motiven.

Viel Spaß!

11. Feb. 2008, 18:02

Im Börsenblatt kündigte B. I. & F. A. Brockhaus (Bifab) heute an, daß sie mit der 21. und damit aktuellsten Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie den Schritt in den Open Access wagen wollen. Ab April soll die komplette, überarbeitete Ausgabe inklusive der Multimedia-Inhalte für jeden Leser werbefinanziert zur Verfügung stehen; damit zieht der Verlag die Konsequenzen aus dem rückläufigen Geschäft für Print-Lexika, wie Marion Winkenbach, Vorstand von B. I. & F. A. Brockhaus, im Interview darstellt:

Hauptursache ist das veränderte Mediennutzungsverhalten - immer mehr Menschen wählen für die Informationssuche bevorzugt Angebote aus dem Internet. Dieser Trend hat sich schneller verstärkt, als wir es erwartet hatten. Dies zeigt sich an der 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie, die wir vor rund zweieinhalb Jahren neu aufgelegt haben und die unsere Erwartungen nicht zufriedenstellend erfüllt hat.

Die Redaktion von Zeno.org begrüßt diesen konsequenten Schritt und wünscht den Kollegen alles Gute bei der Realisierung des Projekts. Auch ich persönlich als Wikipedianer freue mich über die weitere Bereicherung für die Open-Access-Wissenswelten und hoffe, daß das Konzept des Brockhaus aufgeht und Brockhaus, Zeno.org und Wikipedia gemeinsam die Fragen der Wissensdurstigen beantworten können – jeder auf seine Weise und sich stets ergänzend.

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